

1. Operation finanziert durch eine Stiftung (im Oktober 2025)
Auf Adamas tragisches Schicksal wurden wir Ende September 2025 über Facebook aufmerksam. Sofort nahmen wir Nachforschungen auf, um sicherzustellen, dass die Geschichte wahr ist.
Adama ist 16 Jahre alt und die Tochter von Maimouna und Abdoulay. Der Vater hat zwei Ehefrauen und die Familie lebt als einfache Bauersleute unter bescheidensten Verhältnissen.
Seit frühester Kindheit leidet Adama an einem schweren Gesichtstumor. Schon damals reiste die Familie mit ihr bis nach Garoua, um Hilfe zu erhalten. Nach mehreren Untersuchungen teilte man der Familie jedoch mit, Adama sei noch zu klein für eine Operation. Man versprach, sich später erneut zu melden – doch niemand meldete sich jemals. Die Jahre vergingen.
In der Hoffnung auf Hilfe reiste die Familie später erneut, diesmal nach Maroua. Doch auch dort wurde Adama mit derselben Begründung weggeschickt. Zudem hiess es, man habe mehrere ähnliche Fälle zu behandeln. Wahrscheinlich entsprach dies nicht der Wahrheit. Vielmehr wusste niemand, wie man ihr helfen konnte und man vertröstete die Familie nur immer wieder. Adama wurde mit ihrem schweren Schicksal allein gelassen.
Trotz der belastenden Krankheit besuchte sie tapfer die Schule. Bis zu ihrer ersten Operation absolvierte sie die vierte Klasse. Auch auf dem Markt war sie oft zu sehen. Sie versteckte sich nicht vor den Blicken der Menschen. Besonders an heissen Tagen litt sie jedoch stark. Aus verschiedenen offenen Stellen im Gesicht und aus dem Auge traten Eiter und Blut. Die einzige Linderung, die ihre Mutter ihr bieten konnte, waren kühle, feuchte Tücher.
In der Schule wurde Adama von den anderen Kindern akzeptiert und sie spielte mit ihnen. Nach anfänglicher Angst, wie sie Fremde auch heute noch empfinden, gewöhnte man sich an ihr Aussehen. Adama besass nie eine medizinische Akte, die Aufschluss über die tatsächlichen Diagnosen der verschiedenen Spitalbesuche gegeben hätte.
Von Einheimischen wurde schliesslich über Facebook ein Spendenaufruf gestartet, der regional grosse Aufmerksamkeit erregte. Dennoch kamen in dieser äusserst armen Region innerhalb mehrerer Wochen nur rund CHF 330.– zusammen. Gerade genug, um die Verpflegung während des Spitalaufenthaltes zu ermöglichen. Denn der dringend notwendige und sehr komplexe Eingriff erforderte die Zusammenarbeit mehrerer Ärzte und stellte für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung dar.
Adama wird für ein zufriedenstellendes Ergebnis noch mindestens drei bis vier weitere Operationen benötigen. Dafür konnten wir eine Schweizer Ärztin gewinnen, die die Eingriffe zu günstigeren Tarifen in N‘Djamena (Tschad) vornehmen wird, sobald die Narben der ersten Operation ausreichend verheilt sind.
Auch wenn Adamas Weg noch lang und beschwerlich sein wird, fühlt sie sich inzwischen in unserem Mutter-Kind-Programm in Gobo heimisch. Dort ermöglichen wir ihr eine Schneiderausbildung, damit sie die Wartezeit bis zu den nächsten Operationen sinnvoll nutzen und gleichzeitig eine Perspektive für ihre Zukunft aufbauen kann.
Die Kosten für die erste Operation inklusive Transport, Verpflegung, Nachkontrolle und Dokumentation mit Fotos beliefen sich auf CHF 4995.–.

